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   CARLO G. - ITALIENISCHE MUSIK DES FRÜHEN 16. JHD
 
  
  
   Freitag, 3. Mai 2019   -   19.00 Uhr
   Auferstehungskirche Darmstadt-Arheilgen
   Eintritt frei


   DIE KÜNSTLER

   Cornelia Winter_Sopran
   Katerina Ozaki_Barockvioline
   Burkhard Engelke_Orgel


   In der kurzen Geschichte der modernen Musikforschung ist die Entdeckung eines ‚neuen‘ und bedeutenden Manuskripts eine
   aufregende Sache. Im Fall des Carlo G-Manuskripts tauchte nicht nur eine wichtige Quelle aus dem Nichts auf; sie verschwand
   auch genauso plötzlich wieder. Nach 400 Jahren Ruhe ist dies der Anfang des geheimnisvollen Carlo G und seiner Musik.
 
   Das Manuskript wurde vor ungefähr 15 Jahren auf einem Flohmarkt in der Nähe Wiens für ca. 60 Euro gekauft. Etwas später,
   nachdem seine Bedeutung von Roman Chlada erkannt wurde, der kurz darauf seine Bachelor-Arbeit darüber schrieb, wurde das  
   Manuskript gescannt und anschließend bei Sotheby zum Verkauf angeboten. 2007 wurde es für eine respektable Summe verkauft
   und liegt seither unzugänglich in anonymem Privatbesitz. Alle inhaltlichen Forschungen waren nur anhand der vor der Auktion 
   angefertigten Scans möglich.  

   Die Handschrift enthält Dutzende liturgischer Stücke in Latein für ein oder zwei sehr verzierte Vokalstimmen und
   ausgeschriebene Orgelbegleitungen. Betrachtet man den Stil und die im Manuskript erwähnten Komponisten, so lässt sich vermuten,
   dass die Quelle im Zeitraum von 1600 bis 1620 im zentralen Italien geschrieben und benutzt wurde.

   Die erstaunliche Besonderheit des Manuskripts ist seine detaillierte und exakte Notation, wodurch es sich stark von der Mehrheit der
   erhaltenen Musik jener Zeit unterscheidet. Musik um 1600 wurde normalerweise auf einfache Art notiert, d. h. Vokalstimmen waren
   meistens einfach geschrieben, aber in einer Aufführung fügten die Sänger Ornamente und Diminutionen hinzu. Tatsächlich wurden
   die Sänger damals meistens für ihre Fähigkeit, auf virtuose Weise zu verzieren, gepriesen, und weniger für die Qualität oder
   Schönheit ihrer Stimme. Ähnlich bestanden die Orgelstimmen normalerweise aus einer einzigen Basslinie, oft sogar ohne Zeichen
   oder Generalbassziffern; von einem kompetenten Organist wurde erwartet, dass er diese Zeichen selbst ergänzte und klanglich als
   vollstimmigen Satz realisierte. Da Organisten damals täglich komponierten und improvisierten, war diese im Grunde hochkomplexe
   Aufgabe für professionelle Spieler selbstverständlich und stellte keine besonders große Herausforderung dar. Im Carlo G-Manuskript
   jedoch sind alle Details Note für Note ausgeschrieben, seien das die verzierten und diminuierten Vokallinien, die Orgelbegleitungen,
   oder spezielle Verzierungszeichen. Dadurch erhalten wir einen einmaligen Einblick in das, was wirklich gespielt und gesungen wurde
   und einen Hinweis darauf, wie andere Musik dieser Zeit geklungen haben könnte, wenn sie von professionellen Musikern aufgeführt
   wurde.  


  

  
  

                                        
                                                           
                                                     

 
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